Seit mehr als 20 Jahren beschäftige ich mich intensiv mit dem menschlichen Leben hier in dieser Zeit, in dieser Gesellschaft.

Die starke Prägung meines Elternhauses lies mich als der Mensch, der in mir heranwachsen wollte, immer wieder an meine Grenzen stoßen. Zu groß wirkten die Erfahrungen, die Erlebnisse der Kriegsgeneration in allen Fasern auch meines Fleisches.

So fing ich an instinktiv in meinem Inneren zu forschen.

Schon als Kind konnte ich am besten mit den Bäumen sprechen, mich ihnen anvertrauen, in ihren großen starken Armen zur Ruhe kommen, bis die Dämmerung mich zum heimgehen antrieb. Ich war auf der Suche nach mir. Ich wollte wissen wer Ich bin.

Heute weiß ich, ich wollte erkennen, für Wahr nehmen, was bereits in mir ist. Damit es wachsen darf, gedeihen, groß und stark werden, unerschütterlich wirken, zu meinem Wohl und zum Wohle aller!

Zahlreiche schamanische Reisen öffneten den Raum in mir. Ich konnte erfahren, wie ich mit einer klaren Frage Antworten erhielt.

Ich befasste mich mit der Geschichte meiner Eltern.

Ahnenforschung!

Ich wollte etwas herausfinden! Ich wusste, dass irgendwo dort der Schlüssel liegt! Der Schlüssel zu meinem reinen Selbst!

Tief berührt, von der Begegnung und der Arbeit mit Schamanen in Nepal, spürte ich einmal mehr wie sehr mein Herz sich vor Glück fast überschlägt. Heimat! Nein nicht Nepal! Es war die Eule, mit ihren bernsteinfarbenen Augen, die direkt in die Meinen schauten. Groß und schwer ihr Gewicht auf meinem Schoß. Eine Welle der Tränen strömte aus mir empor. Ich erinnerte mich an mich!

Auf der Suche nach zeitgemäßen Techniken zur Heilung seelischer Erschütterungen von Menschen meines Kulturkreises stieß ich wie elektrisiert auf eine Therapieart, die sich „Mehrgenerationale systemische Aufstellungsarbeit“ nennt. Genau das berührte mein Verständnis darüber, wie wir Menschen funktionieren und wie Familiengeschichten über mehrere Generationen hinweg prägend und maßgebend sind, für die Verhaltensweisen der Nachkommen. Und mehr sogar noch. Emotionen, Gefühle entpuppen sich als Glaubenssätze, die wie ein Computerprogramm kopiert worden sind. Gespeist aus den Erfahrungen der Vorangegangenen.

Ich entschied mich für diesen Weg des Lernens. Ich erlernte die Technik und gleichzeitig erfuhr ich für mich persönlich so viel Heilung in der Klarheit.

Ich konnte erleben, dass wir eine Chance haben, übernommene Muster abzustreifen, sie an die Eigentümer zurück geben können. Damit übernehmen wir Verantwortung für unser Leben. Werden selbst zum Erschaffer unseres Glücks. Wir schaffen Ordnung im System, im inneren, familiären und gesellschaftlichen System. Ordnung schafft Raum für Neues, für Lebendiges, schafft Klarheit im Miteinander, macht andere Lebewesen und Lebensformen erst sichtbar.

In mir wuchs eine Erkenntnis!

Jeder Mensch hat eine Aufgabe!

Und meine ist es, Ordnung zu schaffen. Das verworrene Knäuel aufzulösen. Meinen Kindern den Weg frei zu machen für ihre eigenen Erfahrungen.

Vor allem aber, dass sie ihr Licht, ungetrübt dessen was war, in die Zukunft tragen können.

Romana

Blankenkain, 17.01.2019